Was ist Schröpfen?

Durch Verbrennen des Sauerstoffes wird Unterdruck im Schröpfglas erzeugt. Die darunter liegende Haut wird in das Glas hinein gesogen. Haut, Bindegewebe und Muskulatur werden stärker durchblutet, der Stoffwechsel wird angeregt. Durch den Sog kann es zu Einblutungen in der Haut kommen. Es bilden sich kleine Blutergüsse, die eine Stärkung des Immunsystems bewirken. Obwohl die Gläser durch den Unterdruck deutlich an der Haut ziehen, ist das Schröpfen nicht schmerzhaft. Die Patienten berichten meist über ein angenehmes Wärmegefühl und eine tiefe Entspannung. Die Schröpftherapie zeichnet sich durch eine sehr rasche Wirkung aus und kann sehr gut mit naturheilkundlichen und schulmedizinischen Heilverfahren kombiniert werden. Sie wirkt regulierend, schmerzlindernd, stärkt das Immunsystem und beschleunigt die Heilungsprozesse.

Die Selbstheilungskräfte werden gestärkt bzw. erst in Gang gesetzt, wenn diese von sich aus nicht dazu imstande sind. Richtig angewandt, werden auch keine ungünstigen Nebenwirkungen ausgelöst. Sehr gute Heilungserfolge sind bei Kopfschmerz/ Migräne, Erkältungskrankheiten, rheumatischen Beschwerden, bei Gelenk und Rückenschmerzen, schmerzhaften Verspannungen der Rückenmuskulatur, Ischialgie, Energiemangelzuständen, chronische Schwächezustände zu erwarten.

Darüber hinaus hilft die Schröpftherapie bei der Behandlung von funktionellen Störungen und Erkrankungen innerer Organe, wie z. B. Magen, Darm, Leber, Niere, Blase, Gebärmutter. Erklärt wird der Effekt damit, dass der Hautreiz durch das Schröpfglas nicht nur eine lokale, sondern auch eine reflektorische Wirkung ausübt. Das heißt, dass über die Reizung der Hautnerven ein regulierender Heilreiz auf die inneren Organe gesetzt werden kann. Dies belegt auch die Ganzheitlichkeit dieser Therapiemethode. Das Wohlbefinden sofort nach dem Schröpfen gibt dem Patienten Vertrauen und eine positive Einstellung für weitere Behandlungen. Die Erfolge sind oft beeindruckend und kommen dabei rasch zustande, denn der Körper reagiert auf das Schröpfen am richtigen Ort innerhalb von Stunden. Eine Behandlung dauert in der Regel bei Erwachsenen 10 bis 30 Minuten, bei Kindern 5 bis 15 Minuten.

Es gibt verschiedene Arten des Schröpfens, die alle wieder praktiziert werden:

Bei der Schröpfkopfmassage wird das Schröpfglas auf der gut eingeölten Haut über eine bestimmte Fläche geradlinig oder kreisend verschoben. Bereits nach kurzer Zeit kommt es zu einer starken Durchblutung in der Haut und in der Muskulatur. Beim Schröpfen mit Wasser wird das Schröpfglas zu einem Drittel mit warmen Wasser gefüllt. Diese Methode wirkt besonders gut bei Asthma, auch bei rheumatischen Erkrankungen sowie bei lokalen Schwellungen und Schmerzen.

Beim blutigen Schröpfen wird mit Hilfe eines so genannten Schröpfschneppers oder einer Blutlanzette das zu behandelnde Hautareal eingeritzt. Aus den Ritzwunden wird Blut und Lymphflüssigkeit in das Schröpfglas gesaugt. Der Blutentzug hat eine umstimmende, ableitende, entstauende, entgiftende und blutreinigende Wirkung. Es kommt zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Die Schröpfbehandlung wirkt regulierend und stärkt das Immunsystem.