WAS IST CHINESISCHE ARZNEIMITTEL THERAPIE?

2009_0304dianapraxis0064Die Chinesische Kräutermedizin verwendet vorwiegend Pflanzenteile (Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter), aber auch Mineralien und einige Tierprodukte. Sie alle haben in über zweitausendjähriger Anwendung ihre heilende Wirkung erwiesen. Heute wird dabei natürlich dem Artenschutz Rechnung getragen. Geschützte Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich werden nicht mehr eingesetzt. Ein Grundsatz der Chinesischen Medizin ist die Erkenntnis, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Deshalb werden einzelne Krauter und Substanzen in der Regel miteinander kombiniert. Jeder Patient erhält so ein individuell auf ihn und seine Krankheitssituation abgestimmtes Rezept.


BEI WELCHEN BESCHWERDEN KANN DIE CHINESISCHE
ARZNEIMITTEL THERAPIE HILFREICH SEIN?

Sowohl akute als auch chronische Krankheiten können mit chinesischen Arzneimitteln behandelt werden. Grundsätzlich besteht keine Einschränkung der Anwendbarkeit der Chinesischen Arzneimitteltherapie auf bestimmte Erkrankungen. Es hängt allerdings von der Schwere und Chronizität der Erkrankung ab, wie schnell chinesische Arzneimittel für den Patienten spürbare Besserung oder Heilung bewirken.

Die folgende Liste nennt häufig vorkommende Erkrankungen, die sehr gut auf Chinesische Arzneimitteltherapie ansprechen. Diese Liste erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch hier nicht genannte Krankheitsbilder können mit chinesischen Arzneimitteln behandelt werden.

Magen- und Darmerkrankungen:

Reizmagen, Reizdarm, Gastritis, Colitis, Morbus Crohn

Atemwegserkrankungen:

Asthma, Sinusitis, Bronchitis

Hauterkrankungen:

Ekzeme, Psoriasis, Neurodermitis, Akne

Gynäkologische Erkrankungen:

Menstruationsprobleme, Unfruchtbarkeit, Zysten, Myome, Schwangerschaftsprobleme, klimakterische Beschwerden Urogenitale Erkrankungen: Impotenz, Prostatitis, Unfruchtbarkeit

Kinderkrankheiten:

Hauterkrankungen, Bettnässen,
Hyperaktivität, Krankheiten des Verdauungssystems

Weitere Krankheiten:

Schlaflosigkeit, Migräne, Schwindel, Tinnitus, stressbedingte Beschwerden, Depressionen, Rheuma, Konjunktivitis, alle Arten von Allergien, Durchblutungsstörungen, Verletzungen, chronisches Ermüdungssyndrom. Insgesamt verbessern die Arzneimittel die Lebensqualität. Viele Patienten berichten, dass sich bereits zu Beginn der Behandlung ihre Lebensenergie steigert und ihre Stimmung verbessert.

HERKUNFT UND ENTWICKLUNG

Die Chinesische Medizin hat ihre Ursprünge im alten China. Das älteste Lehrbuch, das Huang Di Nei Jing
(der Klassiker der Inneren Medizin des Gelben Kaisers) ist ca. 300 jähre vor unserer Zeitrechnung geschrieben worden und gilt heute noch als wichtige Grundlage einer fundierten Ausbildung in Chinesischer Medizin im Osten wie im Westen. Es belegt, wie früh schon in China Analogien von Mensch und Natur hergestellt wurden, wie genau man damals die Ursachen von Krankheiten erkannte- und aus diesen Erkenntnissen eine entsprechende Behandlung resultierte. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) umfasst verschiedene Therapieverfahren: Akupunktur, Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten durch glühende Krauter), Kräuterheilkunde, Diätetik, Tuina/Anmo (Chinesische Massage und manuelle Therapie), Qigorig und Taijiquan (Bewegungsübungen). Seit Mitte des 20. Jahrhunderts findet die Chinesische Medizin auch zunehmend Beachtung in Europa.

GESUNDHEIT UND KRANKHEIT

Wie entsteht Krankheit? Jede Erkrankung zeigt eine Störung des inneren Gleichgewichts an. Diese Störung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst worden sein, wobei häufig mehr als eine Ursache allein zu finden ist. Mögliche Faktoren im Sinne der TCM sind:

1. Angeborene Konstitution:

Familienkrankheiten und -tendenzen müssen beachtet werden. Die TCM bezieht familiäre Erkankungsneigungen in ihre Diagnose mit ein.
Sie ortet die Bereiche der geschwächten Widerstandskraft und stärkt die Konstitution.

2. Emotionaler und geistiger Zustand:

Belastende Emotionen wie Stress, Sorgen, Ängste, Ärger, Trauer etc. können innere Organe und den Körper insgesamt schädigen, da sie in besonderer Wechselwirkung mit diesen stehen. Umgekehrt können erkrankte, innere Organe emotionale Entgleisungen hervorrufen.

3. Ernährung:

Diätfehler, insbesondere einseitige Ernährung, sowie unregelmäßiges Essen und Essen unter Anspannung stören ebenfalls das innere Gleichgewicht des Menschen. Hinzu kommt die oft minderwertige Qualität der Nahrungsmittel durch chemische Belastungen und geringen Nährwert. Auch der exzessive Gebrauch von Genussmitteln wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol schädigt das innere Gleichgewicht.

4. Umweltfaktoren:

Traditionell zählen hierzu die klimatischen Bedingungen wie Kälte, Wind, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit. Neben diesen kosmischen klimatischen Faktoren produzieren wir diese in unserer zivilisierten Welt noch zusätzlich am Arbeitsplatz, wie z.B. Kälte in Kühlhäusern, Zugluft durch Klimaanlagen etc. oder aber in Wohnungen, die feucht sind.

5. Traumata:

Folgen von Unfällen, Verletzungen, auch Operationen.

WIE BEHANDELT DIE CHINESISCHE MEDIZIN?

Die Chinesische Medizin diagnostiziert und behandelt nach ganzheitlichen Gesichtspunkten. Symptome werden nicht nur als Alarmsignale einzelner Teile des Körpers begriffen, sondern als Hinweise auf ein Ungleichgewicht des ganzen Organismus. Ziel der Behandlung ist es, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Dies geschieht durch

 

  • Ausleiten von Störfaktoren,
    der sogenannten pathogenen Energien,
  • Aufbauen von zu schwachen Energien
  • Gezieltes Bewegen von Energien, damit diese wieder in einen harmonischen Fluss geraten.
  • Aufklärung des Patienten über die für ihn richtig Ernährungsweise und Lebensführung

 

WER KANN CHINESISCHE ARZNEIMITTEL NEHMEN?

Chinesische Kräuter können in jedem Alter genommen werden. Die Behandler passen die Dosis der Rezeptur dem Alter und den Lebensgewohnheiten des Patienten an. Kinder erhalten wegen der leichteren Verabreichung oftmals Konzentrat pulver. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht.

WIE DIAGNOSTIZIERT UND BEHANDELT DER THERAPEUT?

Die Behandler führen die Anamnese nach den Kriterien der Chinesischen Medizin durch und beurteilen die Symptome und das Befinden des Patienten anhand dieser Theorie. Wichtige diagnostische Mitte! sind die Bewertung von Puls und Zunge. Die Behandlung wird individuell genau abgestimmt. Die Rezeptur wird aus mehreren Arzneien zusammengestellt, wobei sich diese in ihrer Wirkung ergänzen und unterstützen. Nur selten werden einzelne Arzneimittel eingesetzt.

WlE LANGE UND IN WELCHER FORM WERDEN, DIE ARZNEIMITTEL EINGENOMMEN?

Traditionell werden chinesische Arzneimittel in Form von Tees oder Dekokten eingenommen, das heißt, die gemischten Arzneimittel werden in Wasser 30 Minuten oder länger abgekocht, sie werden aber auch als Fertigmischungen in Form von konzentrierten Extrakten, Puivern und Pillen verordnet. Der Patient bekommt dazu von seinem Behandler detaillierte Anweisungen zur Zubereitung und Einnahme. Die Dekokte oder Fertigmischungen werden täglich eingenommen. Meist erstreckt sich die Behandlung von einer Woche bis zu mehreren Monaten, abhängig von der Schwere und Dauer der Erkrankung. Der Patient wird dabei regelmäßig untersucht, um sicherzustellen, dass die gewählte Rezeptur wirksam bleibt. Natürlich wird die Zusammenstellung der Rezeptur dem Gesundungsprozess angepaßt.

WAS MÜSSEN SIE VOR EINER BEHANDLUNG BEACHTEN?

Vor der Konsultation sollten Sie keine große Mahlzeit zu sich nehmen. Auf den Genuas von Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol sollte verzichtet werden, ebenso auf anstrengende Tätigkeiten und zu viel Sport.

WAS WERDEN SIE NACH DER BEHANDLUNG BEMERKEN?

In der Regel werden Sie nach dem Beginn der Einnahme der chinesischen Arzneimittel eine Linderung Ihrer Beschwerden bemerken. In Einzelfällen kann es jedoch zu Reaktionen kommen, die zunächst als Verschlimmerung Ihrer Beschwerden erscheinen. In einigen Fällen
wird eine Ausleitung über Stuhl oder Urin angestrebt. Dabei kann es zu vermehrtem Wasserlassen oder Stuhlgang kommen. Dies geschieht im Sinne der Therapie. Am Anfang der Behandlung können vereinzelt auch Übelkeit, vermehrte Darmgeräusche und Blähungen auftreten. Sollte dies länger als zwei Tage anhalten, nehmen Sie mit Ihrem Behandler Kontakt auf. Bitte bedenken Sie, dass eine angestrebte Besserung besonders bei chronischen, also lange bestehenden Leiden seine Zeit braucht.

SOLLTEN SIE IHREN BEHANDELNDEN ARZT INFORMIEREN?

Es ist zu empfehlen, den behandelnden Arzt davon in Kenntnis zu setzen, dass Sie chinesische Arzneimittel verordnet bekommen haben. Ihr Therapeut der Chinesischen Medizin wird Sie seinerseits detailliert nach allen Medikamenten fragen, die Sie gegenwärtig einnehmen. Gegebenenfalls wird er Ihnen empfehlen, westliche Medikamente und chinesische Arzneimittel mit zeitlichem Abstand einzunehmen. Sie sollten nie die von Ihrem Arzt verschriebene Medikation eigenmächtig absetzen, sondern stets Rücksprache mit Ihren Behandlern halten.

SIND CHINESISCHE ARZNEIMITTEL SICHER?

Chinesische Arzneimittel sind ein möglicher Weg aus der Krankheit, wenn Ihre Verordnung in den Händen kompetenter Behandler liegt. Nur sie können nach genauer Diagnose die richtige Rezeptur zusammenstellen. Sie kennen die verschiedenen Arzneimittel und Fertigpräparate, die es auf dem Markt gibt, und sie sind durch ihre qualifizierte Ausbildung in der Lage, eine gute Auswahl zu treffen. Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten. Dies gilt selbst für mittlerweile so populäre Krauter wie Ginseng. Zur Ausübung der Chinesischen Arzneimitteltherapie bedarf es eines jahrelangen Studiums und großer Erfahrung.